Die Hintergrundgeschichte zu »Das Porzellanmädchen«

Max Bentow verrät die Hintergründe zu »Das Porzellanmädchen«

 

»Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem ich den sechsten Band der Nils-Trojan-Reihe abgeschlossen hatte, war ich wild entschlossen, mir eine neue Herausforderung zu suchen. Ich liebe die Arbeit an der Reihe nach wie vor, und Nils Trojan ist mir sehr ans Herz gewachsen, aber ich kam zu der Überzeugung, dass in mir noch weitere Geschichten stecken, die auf andere Art erzählt werden wollen.
Ich hatte nicht vor, das Genre zu wechseln, es sollte also wieder ein Thriller werden, aber ich machte mir ein paar Vorgaben dafür.

Erstens: Ein ganz anderer Schauplatz als zuvor.
Zweitens: Weniger Personen, am besten eine Fokussierung auf zwei oder drei Figuren.
Drittens: Kein Ermittler-Thriller, es soll zwar um ein Verbrechen gehen, aber die Polizei wird zu keinem Zeitpunkt eingeschaltet.

Für den Schauplatzwechsel verließ ich die Stadt und unternahm ausgiebige Recherche-Touren in ein Waldgebiet im Berliner Umland. Ich kannte diese Gegend von früher, habe dort öfter Abstand vom Trubel der Großstadt gesucht, und ein paar Mal blieb ich bis zum Einbruch der Nacht im Wald und beobachtete, wie der Mond über den Wipfeln der Bäume aufzog. Es war eine tiefgreifende Erfahrung für mich als Städter, mich völlig der Natur auszuliefern.

Zurück in Berlin, begann ich ein einsames Haus in diesem Waldgebiet zu ersinnen. Ich zeichnete mir sogar einen Grundriss, ich wollte mich in jedem seiner Räume gut zurechtfinden. Auch den verwinkelten Dachboden skizzierte ich, denn allmählich reifte eine Geschichte in mir heran, die mit dem Wald und dem unheimlichen Speicher des Hauses zu tun hatte.

Auf meinen Reisen ins Umland dachte ich intensiv über meine Hauptfigur nach. Ich hatte bereits einen Namen für sie: Luna Moor, ein Name, in dem sich das fahle Mondlicht und das zum Teil sehr sumpfige Gelände in der von mir gewählten Gegend widerspiegelt.

Ich verbrachte viel Zeit damit, über Lunas Beruf nachzudenken. Schon seit langem verspürte ich den Wunsch, einen Thriller darüber zu schreiben, was es bedeutet, sich Tag für Tag und oftmals auch in der Nacht diesem kraftvollen und mitunter beängstigenden Genre auszusetzen. Was es eigentlich heißt, ein schreibender Mensch zu sein. Und zugegeben, meine eigenen Erfahrungen in diesem wunderschönen, aber auch sehr mysteriösen und zuweilen beinahe magischen Beruf sind in meine Überlegungen mit eingeflossen.

Schon bald stand für mich fest, dass Luna Moor in diesem einsamen Haus an einem Thriller schreibt, der mit ihrer dunklen Vergangenheit zu tun hat.
Um etwas Licht und Hoffnung in die Düsternis des Schauplatzes zu bringen, wollte ich ihr eine gegensätzliche Figur zur Seite stellen, und so kam ich auf den 15jährigen Leon, auf den sie auf Wunsch ihrer Freundin aufpassen soll und der sie daher in das einsam gelegene Haus begleitet.

Leon ist sehr neugierig auf das Manuskript, an dem sie dort schreibt, und eines Nachts entdeckt er oben auf dem Dachboden ... aber damit sind wir schon mitten in der Geschichte.

Ein persönliches Erlebnis, das mit der Handlung des Thrillers zu tun hat, möchte ich Ihnen noch anvertrauen. Einmal führten mich meine Streifzüge in einen verschrobenen Trödelladen, und dort stieß ich auf eine Gasmaske und eine antike Porzellanpuppe mit nur einem Auge.

Nachts träumte ich von diesen beiden Gegenständen. Die Puppe sprach plötzlich zu mir, und hinter der Maske verbarg sich ein besonderes Gesicht.

Bevor ich nun vorab zu viel verrate, liebe Leserinnen und Leser, möchte ich Sie einladen, einzutauchen in die unheimliche Geschichte des Porzellanmädchens, in die Welt der Thrillerautorin Luna Moor ...

Viel Spaß und spannende Unterhaltung wünscht Ihnen

Ihr
Max Bentow
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